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Eine bessere Welt ist möglich

Bürgergespräch der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung entwickelt Ideen für den Weg aus der Corona-Krise

Aschaffenburg (POW) Mit einem Manifest möchte die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) konkrete Anregungen für eine bessere Welt nach den Beschränkungen durch die Corona-Pandemie geben. Das Dokument mit dem Untertitel „Die beste aller möglichen Welten – nach Corona“ ist das Ergebnis eines Austauschs, den der Verband während des Lockdowns im Internet ermöglicht hat, um den Menschen am Untermain in einer so besonderen Situation Gelegenheit zum Austausch und für Perspektive zu bieten.

Für Elisabeth Seuffert (Kleinwallstadt) waren es „Wochen voller Spannung und Unsicherheit“. Entsprechend kamen beim wöchentlichen Videobürgergespräch zum Thema „Corona & Politik“ vor allem die Bürger zu Wort, aber auch Expertinnen zur wirtschaftlichen Entwicklung oder zur Situation in der Pflege wurden gehört. Rudi Großmann (Erlenbach) forderte ein, „dass wir auch die guten Erlebnisse aus der Corona-Krise für die Zeit danach festhalten müssen“. So entschieden sich die Teilnehmer des Webtalks, den vielfach schlechten Aussichten – „Worst-Case-Szenario“ genannt – die Vision einer besseren Welt nach Corona entgegenzustellen. In mehreren Runden entwickelten sie ein „Best-Case-Szenario“, also Ideen, wie die guten Erfahrungen in der Krise genutzt und sogar die Probleme aus der Vor-Krisen-Zeit überwunden werden können. Diese Ideenskizze füllt mehrere Seiten und trägt vieles zusammen, was die Menschen gerade bewegt. Natürlich wird die Situation in Wirtschaft und Arbeitsmarkt sowie die besondere Lage in Gesundheit und Pflege aufgegriffen. Neben Wertschätzung und Anerkennung wird hier vor allem gefordert, dass die Löhne für die Berufe in der Grundversorgung erkennbar angehoben werden. „Die absolute Mehrheit ist sich einig, dass die Systemrelevanz neu bewertet werden muss, und das heißt auch, den Mindestlohn deutlich zu erhöhen“, sagte Robert Reisert (Hörstein).

Eine grundlegende Erfahrung der Corona-Zeit war, dass ein Leben mit weniger Konsum, weniger Reisen und weniger Hektik möglich ist. Stattdessen wurden Momente der Stille, der Naturerfahrung und der wirklich freien Zeit genossen. Zugleich hatte das positive Effekte auf Mensch und Natur. Marcus Schuck (Weilbach) resümierte: „Politische Gestaltung war auf einmal wieder möglich, weshalb nun auch die Bewältigung der globalen Klimakrise neu angegangen werden kann.“ Im „Best-Case-Szenario“ wird entsprechend gefordert, dass der Wiederanschub der Wirtschaft konsequent sozial und ökologisch ausgestaltet werden muss. Nach Ansicht der Teilnehmer bedeutet das mehr als die Förderung von E-Autos. Stattdessen steht geschrieben: „Die CO2-Steuer wird so erhöht, dass sie einen echten Effekt hat.“ Auch die Eine Welt ist im Blick, wenn gefordert wird: „Es dürfen nicht nur einzelne Länder als Gewinner aus der Krise hervorgehen, sondern allen muss geholfen werden!“

Christine Hartlaub (Niedernberg) arbeitet als Erzieherin und hat nicht nur die Sorgen der Familien erlebt, sondern auch die ganz andere Situation, wenn die Betreuung der Kinder in kleinen Gruppen stattfindet: „Das hat eine Ruhe in die Gruppe und Qualität in die Entwicklung der Kinder gebracht, die wir unbedingt auch in Zukunft gewährleisten müssen.“ Darüber hinaus wird auf die Vielzahl von Menschen verwiesen, die im nachbarschaftlichen Umgang aufmerksamer wurden oder sich sogar als Helfer für organisierte Nachbarschaftshilfen gemeldet haben. „Es ist die große Chance für unsere Kommunen, diese Hilfsbereitschaft über die Corona-Krise hinaus aufzugreifen und für lokal organisierte Hilfen zu gewinnen“, so Reinhard Lattin, der Geschäftsführer der KAB im Kreis Miltenberg.

Diese und weitere Aspekte sind in diesem „Manifest“ für eine bessere Welt notiert. Thomas Kneisel (Kleinostheim) sagte: „Die so organisierte Beteiligung der Bürger war gerade auch in der Corona-Zeit wichtig, um den Kontakt zwischen Bürger und Politik in unserer Demokratie nicht abreißen zu lassen.“ Entsprechend soll das „Best-Case-Szenario“ als Ganzes, aber auch in seinen konkret formulierten Teilen nun weiter in die politische Willensbildung eingebracht werden. Als erstes wurde von der KAB eine Online-Petition an den Deutschen Bundestag gestartet, um den Mindestlohn für alle Berufe, von der Pflege über die Logistik bis zum Einzelhandel, deutlich anzuheben. Zudem ist ein weiteres Video-Gespräch mit Abgeordneten noch vor der Sommerpause geplant. Darüber hinaus wird es im Herbst Veranstaltungen geben, um die einzelnen Lebensbereiche gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern in konkrete Maßnahmen für die Region zu übersetzen. Das gesamte „Best-Case-Szenario“, einen Link zur Online-Petition für den Mindestlohn und mehr Informationen finden sich unter www.kab-wuerzburg.de.

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