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Mutmacher auf dem Podium

Auf dem Weg zum Katholikentag
Lesung in Rottendorf aus Anlass des Katholikentags wirbt für Hoffnung und Zusammenhalt – Vertreter aus Kirche, Sozialarbeit und Medizin zeigen, wie Hoffnung auch unter schwierigen Bedingungen wachsen kann

Rottendorf (POW) Sie alle kennen Situationen, in denen es Mut braucht, um aufzustehen. Das haben Bischof Dr. Franz Jung, Johanna Anken von der Bahnhofsmission Würzburg und Michael Kuhnert von Medmissio am Mittwoch, 22. April, in der Bücherei im Wasserschloss in Rottendorf betont. Gemeinsam gestalteten sie eine Autorenlesung zum anlässlich des 104. Deutschen Katholikentags in Würzburg von Bischof Jung herausgegebenen Buch „Hab Mut, steh auf“. Moderiert wurde die Veranstaltung, an der über 50 Personen teilnahmen, von Anna-Lena Ils, Leiterin der Hörfunkredaktion des Bistums Würzburg. Neben Ausschnitten aus ihren jeweiligen Buchtexten hatten die drei Podiumsgäste auch spannende Einblicke aus ihrem Alltag parat.

Bischof Jung erzählte, dass das Motto des Katholikentags wie des Buchs dem Neuen Testament entnommen ist. Der blinde Bartimäus wolle von Jesus geheilt werden, Die Menge wolle den Mann zunächst zum Schweigen bringen, da er störe. Als Jesus ihn aber wahrnehme, ermunterten die Leute ihn, aufzustehen. „Wir alle kennen Menschen, die den Mut verloren haben, aus unterschiedlichen Gründen. Auftrag der Kirche ist es, sie zum ‚Licht der Welt‘, zu Jesus Christus zu führen“, sagte der Bischof. Als an ihn die Idee herangetragen wurde, ein Buch zum Katholikentagsmotto zu verfassen, habe er rund 20 Frauen und Männer angeschrieben und gefragt, ob sie bereit seien, mitzuwirken. „Es war erstaunlich, wie schnell die Zusagen kamen, und es sind großartige Beiträge über persönliche und berufliche Erfahrungen zusammengekommen, die zeigen, wie Resignation überwunden werden kann“, berichtete der Bischof.

„Ohne Mut könnten wir unseren Dienst nicht tun“, erklärte Johanna Anken. Die Bahnhofsmission finanziere sich in wesentlichen Teilen durch Spenden. „Wir sind Mutmacher – als Verantwortliche gegenseitig für uns, aber vor allem für unsere Gäste, die jeden Tag zu uns kommen, und denen wir erst einmal signalisieren: Du bist uns willkommen, so wie du bist.“

Michael Kuhnert brachte die Aufgabe von Medmissio, das vor über 100 Jahren als „Missionsärztliches Institut“ gestartet war, knapp auf die Formel: „Dort sein, wo die Gesundheitsversorgung katastrophal ist.“ Sein Institut reihe sich ein in das Engagement der katholischen Kirche weltweit. „Jede vierte Gesundheitseinrichtung rund um den Globus hat einen katholischen Träger.“ Aktuell träfen die schwächelnde Weltwirtschaft und der komplette Rückzug der USA aus Hilfsprogrammen die Ärmsten der Armen besonders hart. „Das macht unsere Arbeit manchmal anstrengend und nervenaufreibend, aber der Einsatz macht zugleich Spaß.“

Was den dreien im Alltag Mut macht? „Für mich ist es die Begegnung mit Jesus Christus. Er ist der Hoffnungsanker, an dem ich mich festmache“, sagte Bischof Jung. Hilfreich sei es, wenn die Gläubigen sich zudem gegenseitig bestärkten. Für Anken sind es die vielen Unterstützern der Bahnhofsmission, die ihr Mut machen. „Wir haben allein 47 Ehrenamtliche, die jede Woche vier Stunden lang Dienst leisten. Dankbar sei sie auch für den Rückhalt in Politik und bei den Kirchen. Kuhnert erklärte, ihn beeindruckten die vielen Projektpartner, die trotz aller Widrigkeiten vor Ort ihr Bestes geben, ganz nach dem Motto: „Du hast keine Chance, aber nutze sie.“ Ein befreundeter Pater beispielsweise arbeite unter schwersten Bedingungen in Uruguay in den Slums und sage: „Wenn der Fußballplatz nach dem Regen im Matsch versinkt, macht es erst richtig Spaß.“

Vor der Lesung trug sich der Bischof in das Goldene Buch der Gemeinde ein. Bürgermeister Roland Schmitt und sein Stellvertreter Klaus Friedrich berichteten von der 1000-jährigen Geschichte des Ortes und vom „Käppele“, einer kleinen Kirche außerhalb, die auch schon 400 Jahre alt sei. Beeindruckt zeigte sich der Bischof auch von der Bücherei, die im früheren Pfarrhaus untergebracht ist. Büchereileiterin Corina Kölln und Elias Huisl von der Katholischen Büchereifachstelle des Bistums dankten allen Beteiligten fürs Mitwirken.

Bischof Franz Jung (Hg.): „Hab Mut, steh auf. Ermutigungen, das Leben in die Hand zu nehmen“. 200 Seiten. 16,95 Euro. Echter-Verlag, Würzburg 2026. ISBN: 978-3-429-06877-6.

mh (POW)

(1826/0396; E-Mail voraus)

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