Würzburg (POW) Bei einem von Domschule Würzburg und 104. Deutschem Katholikentag organisierten Workshop haben rund 35 Personen mit den Coaches Dr. Ruth Seliger und Christoph Schweifer über bezahlbaren Wohnraum, Klimawandel und Ressourcenknappheit diskutiert. Auch Gesprächskultur war Thema: Oft würden die Menschen andere Meinungen gleich ablehnen statt zuzuhören. Auch die Sorge vor zunehmender sozialer Isolation im digitalen Raum oder die Abhängigkeit von US-Technologieanbietern wurde besprochen, berichtet das Würzburger katholische Sonntagsblatt.
Furcht könne als Antrieb für gesellschaftliche Veränderungen dienen, betonte Seliger. Da die repräsentative Demokratie angesichts der zunehmenden Stärke rechter Parteien keine Selbstverständlichkeit mehr sei, müssten sich Bürgerinnen und Bürger mehr denn je für ihren Erhalt einsetzen.
In diesem Sinne entwarfen die Teilnehmer ihre gemeinschaftliche, positive Vision für Würzburg im Jahr 2036. Diese reichte von „Zuhörbänken“, Cafés und Lagerfeuer zum gemeinsamen Austausch über die autofreie Stadt bis hin zu Parkhäusern, die als offene Treffpunkte für die Bevölkerung dienen. In Gemeinschaftswohnungen unterstützen sich Jung und Alt. Öffentlicher Nahverkehr ist kostenlos, Arbeit fair bezahlt. Gemeinschaft, Kommunikation und Ökologie – die zentralen Workshop-Themen – dienen dem Künstlerduo „Innerfields“ – Jakob Bardou und Holger Weißflog – als Grundlage für ein Wandgemälde zum 104. Deutschen Katholikentag.
Die beiden empfinden „eine große Verantwortung, die Gedanken ernst zu nehmen und umzusetzen, eine Art Sprachrohr zu sein“. Sie sehen sich in der Tradition des südamerikanischen Moralismus, wollen im öffentlichen Raum Geschichten erzählen, Emotionen und Gefühle wecken.
Ihr Wandgemälde soll ab Montag, 4. Mai, innerhalb einer Woche in der Altstadt von Würzburg entstehen: im Rücken des Ceresbrunnens, an der Ecke Neubau-, Schönthalstraße gegenüber der Neubaukirche. Dieser Tage planen sie das Wandgemälde im Detail und entwickeln am Computer eine digitale Vorlage, bevor es dann ans Bemalen der Häuserfassade geht. Weißflog verspricht, dabei „der Statur und dem historischen Komplex gerecht zu werden“.
Anton Neff (Würzburger katholisches Sonntagsblatt)
(1826/0404; E-Mail voraus)
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